Singapur

2 March 2007 | Daily, Reisen | No Comments

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Diese Woche war ich auf einem Blitztrip in Singapur um der Illegalität in Malaysia zu entfliehen. Ein sogenannter “Visa run”, wie in viele Expatriates in Asien praktizieren. Um es vorab zu sagen: Mission erfüllt!

 

Trotz vieler Schauergeschichten und Warnungen erhielt ich mein 90 Tage Visum, nachdem die Grenzbeamten meinen Pass ganz genau unter die Lupe genommen hatten. Natürlich war ich ihnen suspekt: wer am letzten Tag seines Arbeitsvisums ausreist und am nächsten Tag als Tourist wieder einreist, wird meistens als illegaler Arbeiter verdächtigt. Aber mit meinem souveränen Auftreten (hab’ mich sogar rasiert, und den Restalkohol konnte man nur noch erahnen) hab ich das schon geschaukelt.

Nun aber zur Reise. Die Fahrt in den rollenden Tiefkühlschränken (Busse) dauert etwa 6 Stunden, was einem lang vorkommen mag wenn man die Strecke von nur 350 Km betrachtet. Aber man muß davon ausgehen eine Stunde mit den verschiedenen Ein- und Ausreisemodalitäten zu verbringen. Dazu kommt noch daß malaysische Busfahrer gerne mal ihre Lieblingsraststätte anfahren um dort mit alten Freunden einen Thé Tarik zu trinken, was natürlich niemanden stört. Letztlich kommt man aber zuverlässig am Lavender Busterminal in Singapur an.

Wie schon vor zwei Jahren hab ich mir für die Nacht das Gallery Hotel ausgesucht. Es ist zentral am Robertson Quay gelegen und gleichzeitig ziemlich trendy. Es bezeichnet sich selber als Designer Boutique Hotel, und die Aufmachung ist schon ziemlich ungewöhnlich erfrischend. Der Unterschied liegt im Detail, wie die Zimmernummern, die auf dem Boden vor den Zimmertüren angebracht wurden, die verglaste Dusche oder das automatisch andimmende Licht im Badezimmer. Für die ganz modernen gibt es noch eine kostenlosen Internetzugang, man muß halt nur sein Notebook mitbringen. Der ganze Spaß kostet im Discount etwa 80,- Euro, was für europäische Verhältnisse günstig ist, aber aus Malaysia kommend schon fast wie ein Vermögen erscheint.

IMG_5161 (Small).JPGIMG_5157 (Small).JPGIMG_5153 (Small).JPG Das Gallery Hotel.

Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann gleich den Singapore River runter zu Clarke Quay, wo ich mit meinem alten Studienfreund Andras verabredet war. Andras ist jetzt schon seit einigen Monaten in Singapur, wo er einen MBA macht. Nach freudigem Begrüßungsritual (”Ey altes Haus.. usw”) sind wir in ein japanisches Barbecue Restaurant am Robertson quay namens Aburiya gegangen. Bei superangenehmen Wetter konnten wir draußen sitzen und frischgezapftes Asahi-Bier genießen (Nur 20 S$ der Jug). An den Tischen war in der mitte ein kleiner Holzkohlegrill angebracht, auf dem man die bestellten Fleischstücke selber grillen konnte. Zur Auswahl gab es u.a. leckeres Wagyu Rind, in einer süßen Soße mariniert. Zu empfehlen ist auch der japanische Blattspinatsalat.
Ehrlich gesagt hätte ich gerne mehrere Restaurants ausprobiert, denn alle Lokale entlang der Promenade des Singapore Rivers laden förmlich zum Abendessen ein. Man kommt sich fast ein wenig wie in Europa vor. Die Leute sitzen im Freien, flanieren und führen ihre Hunde Gassi (Hund gibt es in Malaysia nur sehr selten).

Zum Absacker sind wir dann per illegalem Taxi in Richtung Swissotel gefahren, um die Aussicht vom 71. Stock der New Asia Bar bei einem Drink zu bewundern. Wie der Zufall es aber so will, trafen wir in der Lobby die Bekannten, mit denen ich eigentlich verabredet war (aber die mir nicht schnell genug zwecks Abendessen zugesagt hatten), und innerhalb von gefühlten 10 Sekunden ging es mit den Lift zur Bar hoch (glaube aber der Lift war echt superschnell). Bei ausgelassener Stimmung habe ich mich noch gefragt, ob der Champagner in der Höhe an Wirkung gewinnt - aber das war ja zu dem Zeitpunkt sowieso schon egal. Auf jedenfall war es ganz nett die Zwillinge Marini und Marina (Ok, ich bin diesem Zwillingsschicksal entkommen, danke liebe Eltern) kennenzulernen, zwei ganz nette Zeitgenossinen.

Anschliessend ging es noch mit Andras und seinen MBA-Kollegen in den Chijmes Komplex neben dem Raffles Hotel. Das ehemalige “Holy Infant Jesu” Kloster mit Kirche wurde in ein Entertainment Areal umgewandelt und ist jetzt überhaupt nicht mehr heilig, dort ist eher der Teufel los (Muhahuahua). Na ja, für einen Dienstag abend war es doch recht voll. Im Club Insomnia wurde noch mal ordentlich abgefeiert bevor ich am nächsten Morgen um 8 in voller Bekleidung auf meinem Hotelbett aufgewacht bin (Huch!). An dieser Stelle nochmal Danke an Alex für den Torinformationsdienst: da kann man gut gelaunt frühstücken wenn man weiß wer die Nummer Eins am Main ist (EEEEINNNTRRAAACCCHHHT!! - wer sonst?).

Ruckzuck ging es dann nach dem Frühstück zur Lavender Busstation. Diesmal waren nur sehr wenige Fahrgäste an Bord, dafür die Klimaanlage umso stärker, zum Glück hatte ich einen Schal dabei. Auf dem Weg zur Grenze konnte man sich ein ganz genaues Bild über die Unterschiede zwischen Singapur und Malaysia machen.
Hier fallen einem wieder die Details auf: blitzend blanke Aluminiumscharniere an den LKW’s! Die Straßen sehen wie geleckt aus, die Grünanlagen fast künstlich, so genau ist der Rasen getrimmt. Man kommt sich vor wie in einem Spielzeugwunderland.. Die Taxifahrer sind höflich, die Taxen Tip-Top gepflegt. Singapur erinnert stark an Tokyo, obwohl die japanische Hauptstadt in Punkto Sterilität unübertroffen ist.
Dazu kommt das gute Englischniveau, die Infrastruktur und das Kommerzparadies mit den Shoppingmalls.

Trotzalledem ist mir Malaysia lieber… Der Kulturmix, das Preisniveau, die Leute, die Exotik…

IMG_5162 (Small).JPG Der Causeway-Link zu Malaysia. Tschüß Singapur!

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