Hanoi (3)
29 January 2007 | Reisen | No Comments
Am Sonntagmorgen also keine Megaphondurchsagen, das ist schon einmal ein guter Tagesanfang. Dafür aber Kräftestärkung im “Café de Paris”, einer Kneipe die man im Grunde in jedem Arrondissement der französischen Hauptstadt genause finden könnte. An der Bar alte Franzosen, Eltern die mit Ihren Kinder das sonntägliche “Steak Frites” essen, und wir die unser Frühstück verzehren. Die Croissants waren relativ authentisch, nur Marge hatte so Probleme mit ihrem nach Zwiebeln schmeckendem Fruchtsalat (stellt die sich wieder an, Zwiebeln kann man doch als Frucht ansehen, oder?).
Mit frischen Kräften und nach einer kleinen Motorrad-Taxi Irrfahrt sind wir dann doch noch am Tempel der Literatur angekommen, diese sogennante Oase der Ruhe inmitten der Großstadt. Der Tempel war eine alte Universität, und ist sehr schön renoviert worden. Die Touristengruppen stören zwar ein wenig (aber wer im Glashaus sitzt..), aber man kann den Runggang schon einigermassen genießen.
Auf dem Weg zurück ins Zentrum haben wir noch ein wenig das Geschehen auf den Straßen und die Menschen beobachtet. Es laufen etliche Leute herum, die etwas transportieren, viele Verkäufer sitzen an den Straßenrändern und verkaufen alle möglichen Produkte, über Betelnüße bis hin zu Schraubenzieher. Sogar die Haare kann man sich auf dem Gehweg schneiden lassen.
Altes ukrainisches Minks Motorrad. Viele “Expats” fahren sie gerne.
Reifenwechsel und Betelnußverkäuferin. Die berauschenden Nüße verfärben die Zähne. Der Konsum der Nuß ist in weiten Teilen Asiens verboten.
Im Zentrum trafen wir dann wieder Trixie, die uns in ein tolles Café geführt hat. Das Puku, im ersten Stock eines alten Gebäudes, könnte genauso im New Yorker East Village stehen. Eine Mischung aus alternativ-künstlerich-locker, hier kann man entspannen und sich vom Stress erholen. Das Puku ist bestimmt einer der Lieblingstreffpunkte für westliche Ausländer in Hanoi. Zu empfehlen sind auch die Speisen wie der knusprige Toast mit Mediterrane, Gemüse und Feta Käse oder die großen Cookies. Warum gibt es sowas nicht in KL?
Nach unserer kleinen Ausruhsession im Puku hab ich mich noch rasieren lassen, ich glaube das war das erste Mal in meinem Leben daß ein anderer den Job für mich übernommen hat. Ob er gut war kann ich nicht so beurteilen, ein wenig Rasurbrand hatte ich dann schon.
Ritsch-Ratsch. Die professionelle Haltung des Barbiers verhinderte nicht den Rasurbrand.
Gut war aber auf jeden Fall die Massage, die Marge und ich dann noch bekamen. Wir sind extra in eines der besseren Etablissements gegangen, um nicht in irgendwelchen getarnten Puffs zu landen (ist ja nicht gerade selten in Asien). Nun, trotz unserer Vorsichstmaßnahme, hat mir die nette Dame, nachdem sie komischerweise ganz schön intensiv meinen Popo geknetet hat, ein unanständiges Zusatzangebot gemacht, was ich selbstverständlich höflich abgelehnt habe. Sogar ihr Versprechen, daß meine Begleitung Marge nichts davon erfahren würde konnte mich nicht umstimmen.
Abends haben wir dann noch mal die ganze Hanoi Crew getroffen, und gemütlich leckere gegrillte Hühnerschenkel zu essen (Und womit? Ei mit de’ Finga). Diese sind mit einer Art süßen Honig eingeschmiert und schmecken wirklich fantastisch. Dazu ein gutes Bier, das ohne Aufforderung immer wieder nachgereicht wird wenn man ausgetrunken hat. Zur Nachspeise gab es gegrilltes Weißbrot, ebenfalls mit Honigbelag, echt lecker!
Hühnchen und Bier, das wollen wir!
Zum Abschluß des Tages sind wir noch in die Bar Le Marquis, wo uns ein pausenlos redender Engländer beeindruckte (Stichwort geben und eine Stunde alleine quasseln lassen) und für ein paar Shots ins Dragonfly. Bevor wir ins Bett sind habe ich noch ein “Föhr” föhrzehrt, eine Speise die ich nicht so schnell föhrgessen werde. Vielleicht sollte man ja mal in Deutschland einen Föhrföhrderverein aufbauen.
Tag 4
Am letzten Tag unseres Wochenendtrips haben wir es eher locker angehen lassen. Das Puku hatte uns am Vortag sehr gefallen, also waren wir auch am Montag dort um gemütlich einen Cappuccino zu trinken und uns von der Kälte aufzuwärmen (es wurde ein wenig milder, aber für uns Tropengewöhnte immer noch kalt genug).
Zu Mittag hat uns Trixi in eines ihrer Stammlokale gebracht, wo es ein super Gericht gab, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe (Nein, kein Föhr).
Das schmackhafte Gericht, mit Erdnüssen und Rindfleisch.
Kurze Zeit später waren wir eigentlich schon im Techno-Taxi (wegen der lauten vietnamesischen techno Musik) auf dem Weg zum Flughafen, und konnten im vorbeifahren noch die Wasserbüffel auf den Reisfeldern beobachten.
Im Flieger wurden wir Zeugen edes Gastarbeiterphänomens. Dutzende Vietnamesen, schon in Arbeitsuniform, wurden mit demselben Flieger nach Malaysia zum Arbeiten gebracht. Viele von den jungen Kerlen waren zum ersten Mal im Flieger, eine echte Herausforderung für die Flugbegleiter (auf dem Hinflug hatte ein Vietnamese auf der Toilette geraucht, worum sich der Kapitän persönlich kümmerte).
Als wir dann in Malaysia waren kam es einem vor wie die Ankunft in einer modernen Zivilisation: Autobahnen, Verkehrsregeln usw.. Man konnte so richtig feststellen, wie entwickelt Malaysia schon ist.
Ahn Dhao Hotel
37 Ma May Street
Hoan Kiem
Hanoi
Tel.: 4826 7151
http://www.camellia-hotels.com/guestroom_touristclass.htm
15-30 US$ per Nacht
Highway 4
18, Yen Phu Street
Ba Dinh
Hanoi
Tel.: 4715 0577
http://www.highway4.com/highway4.html
Dragonfly
15 Hang Buom Street
Hanoi
Tel.: 4926 2177
Puku
60, Hang Trong Street
Hanoi
Moca Café
14-16 Nha Tho
Hanoi
Tel.: 4825 6334
C.A.M.A
Underground-Club
Wechselnde Locations
Solace
Bar am Roten Fluß
Hier noch ein interessanter Blog über kulinarisches in Hanoi: http://stickyrice.typepad.com
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