Hanoi (2)

28 January 2007 | Reisen | No Comments

Nach einer eisigen Nacht wurden wir (also eigentlich nur ich, Marge war noch zu besoffen) von dem ächzendem Megaphon auf der Strasse aufgeweckt. Jeden Werktag um 7 Uhr früh werden dort Nachrichten, Propaganda und Lebenshaltungstips (Händewaschen nach Pinkeln) durchgesagt, und dies nicht gerade kurz. Ist natürlich blöd wenn so ein Teil direkt am eigenen Haus angebracht ist. Es hat uns aber dabei geholfen unser Programm einzuhalten.

An diesem Morgen stand nämlich die Besichtigung von Onkel Ho Chi auf dem Programm. Per Zufall hatten wir von Marge’s Bekanntem erfahren, daß genau an diesem Morgen Ho Chi’s Mausoleum für Besucher offen war. Der einbalsamierte Leichnam des Nationalheldens muss nämlich regelmässig gewartet werden, darunter auch eine dreimonatige Tour nach Moskau, zu den Experten die sich auch um Lenins Körper kümmern.

Das Mausoleum, vor dem eine Art Wiese angelegt ist, kann nur von einer Seite aus erreicht werden. Beim Versuch, die Wiese als Abkürzung zu benutzen wird man illico presto von Uniformierten zurückgepfiffen. Beinahe wäre Marge losgerannt, über die Konsequenzen eines solchen Vergehens möchte ich nicht nachdenken (wäre aber ein interessanter Bericht geworden: wie sieht es im vietnamesischen Knast aus?).

Nach einigen Minuten standen wir also doch noch ordnungsgemäss in einer Schlange von Touristen, darunter auch viele Vietnamesen, die sich der Einlasskontrolle unterziehen lassen mußten. Natürlich waren Kameras nicht erlaubt, diese muß man am Eingang abgeben. Wenn man dann noch eine leere Kameratasche herumträgt wird man auf dem Weg zum Sarkopharg automatisch zur Zielscheibe der Beamten. Mindestens dreimal wurde meine Tasche alle 20 Meter genauestens inspiziert, und musste dabei so gut es ging erklären, daß man mit einem Objektiv ohne Kamera keine Photos machen kann.
Schliesslich waren wir dann doch noch im Aufbewahrungsraum angelangt.

Unter einem im dunklen Orange beleuchtetem Glassarg (Modell Schneewitchen) schlummert Ho Chi vor sich her. An jeder Ecke halten Soldaten Wache und die Besucher können nur aus etwa 3 Metern Entfernung von einer Art Passage aus den Sarg umrunden. Beim Anblick des Leichnams kommt einem schon der Gedanke ob nicht Madame Toussaud da ihre Finger im Spiel hatte. Der Fairness halber wollen wir diesen Gedanken schnell mal verwerfen.

IMG_4770 (Small).JPG Diese Wiese sollte man besser nicht überqueren, um den Ho Chi zu sehen.

IMG_4773-(Small).jpg Annika, Marge, Felix und Jan vor dem Mausoleum.Mit einem von den zahlreichen inoffiziellen Motorrad-Taxen sind wir dann in Richtung altes Stadtzentrum gefahren. Die Verhandlungen um einen Vernünftigen Fahrpreis gestalten sich immer sehr schwierig, und dann wird einem klar wie arm das Land noch ist. Der durschnittliche Tageslohn liegt bei 16,000 Dong in der Stadt, das entspricht 1 USD. Wenn dreiste Fahrer dann 3 USD für eine kleine Fahrt verlangen, erscheint das manchem Westler als ein guter Deal, in Wahrheit ist es aber eine ganz schön dreiste Forderung. Mehr als 10,000 Dong sollte man nicht pro Fahrt pro Kopf zahlen. Die Fahrer sind aber oft mit allen Wassern gewaschen, sagen oft “ok”, um am Ende der Fahrt nochmal zu betteln oder den Preis neu auszumachen. In Sachen Business gibt es da noch einen großen Aufholbedarf. 

Mit einem von den zahlreichen inoffiziellen Motorrad-Taxen sind wir dann in Richtung altes Stadtzentrum gefahren. Die Verhandlungen um einen Vernünftigen Fahrpreis gestalten sich immer sehr schwierig, und dann wird einem klar wie arm das Land noch ist. Der durschnittliche Tageslohn liegt bei 16,000 Dong in der Stadt, das entspricht 1 USD. Wenn dreiste Fahrer dann 3 USD für eine kleine Fahrt verlangen, erscheint das manchem Westler als ein guter Deal, in Wahrheit ist es aber eine ganz schön dreiste Forderung. Mehr als 10,000 Dong sollte man nicht pro Fahrt pro Kopf zahlen. Die Fahrer sind aber oft mit allen Wassern gewaschen, sagen oft “ok”, um am Ende der Fahrt nochmal zu betteln oder den Preis neu auszumachen. In Sachen Business gibt es da noch einen großen Aufholbedarf. Nun denn, beim “Cafe Moca” sind wir nun doch angekommen. Ein europäisches Café, das im Grunde auch ein Treffpunkt für Europäer ist. Der Cappucino der dort serviert wird ist exzellent, und der gefüllte Raum zeugt von gutem Renomée. Man fühlt sich ein wenig zurückgesetzt in die französische Kolonialzeit, die ja nun auch nicht so lange her ist. Der kulturelle Einfluss Frankreichs lässt sich übrigens fast an jeder Straßenecke erkennen. Dort gibt es nämlich ein Baguette-ähnliches Weißbrot (2,000 Dong), das dem Original geschmacklich sehr nahe kommt. Ausserdem gibt es Bäckereien, Bistro’s, und vor allem ein Flair das, wie Marge es auch bemerkte, einfach in Kuala Lumpur fehlt. Dies fällt einem oft an kleinen Details auf, zum Beispiel die Dekoration in einem Restaurant.  Wir entschlossen uns einfach mal durch die Stadt zu latschen und kamen dabei von einem interessanten Viertel ins nächste. Jede Straße steht für eine andere Produktkategorie. So kamen wir von der Holzverarbeitungsstraße in die Metallverarbeitungsstraße und danach auch in die Blumensteckstraße um dann irgendwann in der echten Markthalle zu landen. Hinter diesem war es wieder an der Zeit ein “Föhr” zu essen. Schon erstaunlich wie gut man kommunizieren kann ohne die Sprache zu sprechen, Zeichensprache lässt grüßen.

 

IMG_4832 (Small).JPGIMG_4842 (Small).JPGIMG_4885 (Small).JPG Die Holzstraße, die Blumenstraße, die Bonbonstraße… IMG_4918 (Small).JPGIMG_4963 (Small).JPG Alles ist transportierbar in Hanoi.Die folgende Etappe führte uns zur Pagode auf der kleinen Insel am See. Nichts wirklich Neues für jemanden der schon Asienerfahrung hat. Interessant waren jedoch die zahlreichen älteren Herren, die eine Art vietnamesisches Damespiel praktizierten. Da gab es ganz schön wilde Diskussionen um die nächsten Spielzüge. Schade daß ich das Spiel nicht so verstehen konnte, sonst hätte ich mich auch gerne eingemischt.   Die folgende Etappe führte uns zur Pagode auf der kleinen Insel am See. Nichts wirklich Neues für jemanden der schon Asienerfahrung hat. Interessant waren jedoch die zahlreichen älteren Herren, die eine Art vietnamesisches Damespiel praktizierten. Da gab es ganz schön wilde Diskussionen um die nächsten Spielzüge. Schade daß ich das Spiel nicht so verstehen konnte, sonst hätte ich mich auch gerne eingemischt.  Abends hat uns dann Trixie abgeholt um uns ein tolles Seafoodrestaurant zu zeigen. Huckepack auf den Mofas ging es durch regnerischen Straßen von Hanoi. Wir wurden auch nicht enttäuscht, im Gegenteil, so leckere Meeresfrüchte hat man selten gegessen, angefangen beim Tintenfisch, aber auch die Scampis waren exzellent. Dazu das perfekte Bier. Das Restaurant war irgendwie leer, was daran liegt daß die Vietnamesen sehr früh essen. Die Abfälle am Boden waren der Beweis für ein gut gefülltes Lokal.

Die folgende Etappe führte uns zur Pagode auf der kleinen Insel am See. Nichts wirklich Neues für jemanden der schon Asienerfahrung hat. Interessant waren jedoch die zahlreichen älteren Herren, die eine Art vietnamesisches Damespiel praktizierten. Da gab es ganz schön wilde Diskussionen um die nächsten Spielzüge. Schade daß ich das Spiel nicht so verstehen konnte, sonst hätte ich mich auch gerne eingemischt.   Die folgende Etappe führte uns zur Pagode auf der kleinen Insel am See. Nichts wirklich Neues für jemanden der schon Asienerfahrung hat. Interessant waren jedoch die zahlreichen älteren Herren, die eine Art vietnamesisches Damespiel praktizierten. Da gab es ganz schön wilde Diskussionen um die nächsten Spielzüge. Schade daß ich das Spiel nicht so verstehen konnte, sonst hätte ich mich auch gerne eingemischt.  Abends hat uns dann Trixie abgeholt um uns ein tolles Seafoodrestaurant zu zeigen. Huckepack auf den Mofas ging es durch regnerischen Straßen von Hanoi. Wir wurden auch nicht enttäuscht, im Gegenteil, so leckere Meeresfrüchte hat man selten gegessen, angefangen beim Tintenfisch, aber auch die Scampis waren exzellent. Dazu das perfekte Bier. Das Restaurant war irgendwie leer, was daran liegt daß die Vietnamesen sehr früh essen. Die Abfälle am Boden waren der Beweis für ein gut gefülltes Lokal.IMG_4891 (Small).JPG Englisches Wetter in Hanoi.

IMG_4901 (Small).JPGIMG_4896 (Small).JPG Meeresfrüchte und Bier, eine gute Kombination.

Die darauffolgende Bartour mit den Mofas kreuz und quer durch die Stadt war wieder durchaus angenehm. Zuerst stand eine Art Edel-Lounge auf dem Programm: die “Ibox”. Dort konnten wir gemütlich Cocktails schlürfen bevor es wieder zum “Cama” ging, wo an diesem abend die letzte Party an dieser Location stattfinden sollte. Wir wagten zwischendurch auch einen Abstecher in das “Solace”, ein Club auf einem Schiff auf dem roten Fluß, wo ordentlich Stimmung war und auch die schon angesprochenen Thüringer gegrillt wurden. Nachdem wir dann nochmal zum Abschluß ins “Cama” fuhren, ging es dann auch gleich wieder zum obligatorischen nächtlichen “Föhr” Stand, wo uns um 3 Uhr morgens kleine 15 Jährige Knirpse bedienten. Als wir losfuhren tranken diese mit einem breiten Grinsen unser übriggelassenes Bier leer, es soll ja nichts verschwendet werden.

IMG_4902 (Small).JPG Die Ibox Bar.

Die darauffolgende Bartour mit den Mofas kreuz und quer durch die Stadt war wieder durchaus angenehm. Zuerst stand eine Art Edel-Lounge auf dem Programm: die “Ibox”. Dort konnten wir gemütlich Cocktails schlürfen bevor es wieder zum “Cama” ging, wo an diesem abend die letzte Party an dieser Location stattfinden sollte. Wir wagten zwischendurch auch einen Abstecher in das “Solace”, ein Club auf einem Schiff auf dem roten Fluß, wo ordentlich Stimmung war und auch die schon angesprochenen Thüringer gegrillt wurden. Nachdem wir dann nochmal zum Abschluß ins “Cama” fuhren, ging es dann auch gleich wieder zum obligatorischen nächtlichen “Föhr” Stand, wo uns um 3 Uhr morgens kleine 15 Jährige Knirpse bedienten. Als wir losfuhren tranken diese mit einem breiten Grinsen unser übriggelassenes Bier leer, es soll ja nichts verschwendet werden. 

IMG_4907 (Small).JPG Auf dem “Solace” Boot. IMG_4911 (Small).JPGIMG_4913 (Small).JPG Ein schwarzes Huhn gefällig? Nee, dann doch lieber Föhr.

Schlauerweise hatten wir in der zweiten Nacht herausgefunden, daß wir unsere Klimaanlage auch als Heizung benutzen konnten, was unseren Schlafkomfort deutlich erhöht hat, mal von Marge’s Schnarchkonzert abgesehen. 

Schlauerweise hatten wir in der zweiten Nacht herausgefunden, daß wir unsere Klimaanlage auch als Heizung benutzen konnten, was unseren Schlafkomfort deutlich erhöht hat, mal von Marge’s Schnarchkonzert abgesehen. 

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