Cameron Highlands
13 November 2006 | Daily, Reisen | 2 Comments

Dieses Wochenende haben Dorothee und ich einen Ausflug in die Cameron Highlands unternommen. Die Cameron Highlands (CH) sind ein Gebirge im Bundesstaat Pahang, benannt nach dem Englaender der Ende des 19. Jahrhunderts das Gebiet vermessen hat. Ziemlich schnell wurden die Highlands zum Fluchtpunkt fuer die unter dem heissen Wetter leidenden britischen Kolonialherrschern, aber auch zum bevorzugten Gebiet fuer Tee- und Gemueseanbau. Das Klima ist in der Tat sehr erfrischend. Tagsueber angenehm warm und Nachts sogar 10 C, sonst in Malaysia nur per Klimaanlage erreichbar.
Die Highlands sind komfortabel in dreieinhalb Stunden von KL per Bus zu erreichen. Aber was soll komfortabel schon heissen wenn manchen Leuten im Bus durch Serpentinen bedingt uebel wird. Dorothee und ich sind in den engen Kurven (die geschnitten wurden) und im hin und her wippenden Bus zum Glueck von Seekrankheit verschont worden. Die Auffahrt ist allerdings schon ein erster Hoehepunkt auf dieser kurzen Tour.
In CH angekommen sind wir schnell in einen Minibus gehuepft und gleich einmal auf eine organisierte Rundfahrt gegangen. Es sollten verschiedene Attraktionen angefahren werden: eine Blumenfarm, eine Erdbeerfarm, eine Teeplantage, eine Honigfarm und der Markt. Unser indischer Fuehrer hat sich dabei sehr wortkarg eher auf das Fahren konzentriert und direkt den “Rose Garden” angesteuert.
Als absoluter Botanik-Prolo war ich natuerlich auf das Blumenwissen meiner Reisebegleitung angewiesen. So haben wir “Lady Shoes”, Dalien, Hibiscus (Die Nationalblume, “Bunga Raya” genannt), Orchideen und weiteres Gewaechs gesehen, alle Arten in besonders grossem Format, dem Klima sei dank (manche Blumen waren fast gesichtsgross). Der Garten ist stufenweise am Hang angelegt, und je weiter man sich nach oben “durcharbeitet”, desto schoener wird die Sicht ins Tal. Das schoene Wetter kam uns dabei wirklich entgegen.
Blumen jenseits der Vorstellungskraft.
Naechste Etappe: die Erdbeerfarm. Dort sind zwei Reihen Erdbeerpflanzen fuer die Besichtiger geoeffnet, und man kann alle moeglichen Erdbeerprodukte kaufen: Marmelade, getrocknete Erdbeeren, Sirup, Eis mit Erdbeeren usw.. Fuer uns Europaeer war das jetzt nichts weltbewegendes, da muss schon mehr aufgefahren werden um uns zu beeindrucken.
Ein Erntehelfer bei der Pause.
Also ab zum folgenden Ziel: die Teeplantage von “Boh”, eine durch Briten gegruendete und sich immer noch in Besitz findendes Gut. Der Weg dorthin fuehrte durch die beeindruckend gepflegten Teefelder. Die Teebaeume, die bei normalen Wuchs ziemlich hoch wachsen koennen, muessen drei Jahre nach ihrer Anpflanzung regelmaessig geschnitten werden, damit das Ernten von Menschenhand moeglich bleibt. Die notwendigen Ernter wohnen in von der Firma gestellten Baracken und stammen zumeist aus Indonesien und aermeren Laender. Die Knochenarbeit, die nicht ohne Risiken verbunden ist (Schlangen, steile Felder), wird von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr Nachmittags verrichtet, 6 Tage die Woche. Fuer ein Kilogramm gepflueckte Teeblaetter bekommen die Arbeiter 20 Sen, also etwa 5 Eurocent, was mich persoenlich fast an Sklaventreiberei erinnert.
Nun ja, auf jeden Fall hat die Firma ein Besucherzentrum eroeffnet, inklusive eines Teemuseums und kostenlosen Fuehrungen durch die eher kleine Fabrik. Dort kann man den Herstellungsprozess beobachten. Die Blaetter werden getrocknet, ein Gaehrungsprozess sitz ein und zum richtigen Zeitpunkt muessen die sortierten Blaetter noch einmal getrocknet werden. In der Fabrikhalle riecht es sehr stark nach frischgemaehtem Gras. Im Firmeneigenen Cafe kann man dann den Tee probieren, zusammen mit englischem Gebaeck (Scones). Das Restaurant besitzt einen Balkon von dem aus man eine super Sicht ueber die Plantage hat.
Nach einigen Photosessions ging es nun den Weg zurueck ueber den schmalen Weg und auf zum “Taman Rama Rama”, dem Schmetterlingspark. Fuer 4,- RM Eintritt kann man dort Schmetterlinge in einem Gehege bewundern, sowie Insekten, Reptilien und anderes Ungeziefer begutachten. Die Blumen duerfen natuerlich nicht fehlen.
Beeindruckend sind die Nashornkaefer, die ziemlich riesig und auch vergleichsweise schwer sind. Der Panzer sieht aus wie ein Lederlack Kostuem und stinkt. Die Skorpione liegen alle uebereinander in ihrem Terrarium, und sehen tot aus. Der Waechter hat uns vom Gegenteil ueberzeugt als er exemplarisch zwei Viecher am Stachel haltend herauszieht und auf seine Hand legt. Dankend lehen wir das nette Angebot ab diese in die Hand zu nehmen. Fiese gruene Schlangen und dutzende Kaeferspezien sowie Echsen schauen uns noch an als waeren wir deren Abendessen, aber falsch gedacht.
Ein beeindruckender Schmetterling.
Die Falter ruhen sich aus (oder eher “versuchen zu entkommen”).
Ein Nashornkaefer. Schweres Geraet.
Oeh, also, der hat ein wenig die Orientierung verloren und mimt den sterbenden Schwan.
Blume oder was?
Die Honigfarm kann man vergessen, war auch irgendwie nicht drinnen. Der Markt ist da schon interessanter, besonders weil es frisches Gemuese gibt, das man eher auf einem europaeischen Markt finden wuerde. Kopfsalat, rote Tomaten usw. Es gibt aber wieder mal einige lokale Spezialiataeten wie z.B. violette Suesskartoffeln, die richtig gut schmecken. Auch der Cameron Highlands Apfel ist eine neue Erfahrung: sieht nicht aus wie ein Apfel und schmeckt auch nicht wie ein Apfel, schmeckt eigentlich nach gar nichts… Ok, vielleicht eine Idee nach Melone.
Abends haben wir uns dann im Cameronian Inn einquartiert, wo man sich zu viert fuer schlappe 7 RM,- ein Zimmer teilt. Die Gaeste sind zumeist Rucksacktouristen, und mit solchen sind wir dann auch abend essen gegangen. Wir hatten schon waehrend der Tour zwei pfundige Amerikannerinnen kennengelernt, und irgendwie kennen die dann schon andere und so befindet man sich dann in lustiger Runde mit Englaendern und Schotten. Beruechtigt sind die CH uebrigens fuer ihr “Steamboat”, eine Art fondue in dem man Gemuese und Fischbaelle in kochend heisse Bruehe taucht.
Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch in eine kleine Wellblechheuttenbar gegangen, in der man gemuetlich um ein Lagerfeuer sitzen konnte. Das hoert sich erstmal gar nicht nach Malaysia an, aber es war tatsaechlich ziemlich frisch und bei 10 C war ein Lagerfeuer aeusserst willkommen.
Am naechsten Morgen sind wir superfreuh aufgestanden um den Sonnenaufgang vom hoechsten Punkt West-Malaysias aus zu bewundern. Um 6 Uhr morgens treffen wir Kenny der uns mit seinem Jeep auf die Bergspitze bringt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, damit wir es rechtzeitig zum Gifpel schaffen. Gluecklicherweise waren wir genau zum richtigen Zeitpunkt da und konnten einen fantastischen Sonnenaufgang geniessen. Bei ziemlich starkem Wind konnte man von einem Beobachtungsturm aus sehen, wie der Nebel langsam emporzog und die Berge und Teeplantagen langsam von der Sonne beleuchtet wurden. Nach einer Tasse heisser Schokolade ging es wieder runter durch die Plantagen und ins Dorf um rechtzeitig den ersten Bus nach KL zu erwischen. Im Bus hat sich diesmal ein Gast uebergeben, und nach viel Schlaf waren wir Ruck-Zuck wieder zuhause.
2 Comments
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C’est génial ma poule !!!
tu as l’air de t’éclater, CONTINUE COMME CA !!!!!
Et oui mon cher Valery.. Je profite un maximum comme d’habitude…
a+ Fel