Chow Kit Night Market

14 October 2006 | KL sightseeing | No Comments

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Das obige Titelbild soll jetzt kein Horrofilm sein, obwohl, wenn man den Warnungen einiger Ansässigen folgt, könnte man meinen, daß ein Besuch von Chow Kit eine Fahrt ins Verderben wäre. Verbrechen, Prositution, Schmutz, damit wird Chow Kit in Verbindung gebracht. “Niemals alleine dorthin!”, “Immer in Gruppe bleiben”, “Bloß nicht in die Hinteren Gassen gehen!”.

Doch was ist Chow Kit? Chow Kit liegt nördlich der Jalan Raja Abdullah, auf der anderen Seite von Kampung Baru. Wenn man von dort in die Jalan Raja Alang einbiegt, bietet sich einem ein typisch malaysisches Szenario, nämlich ein Abendmarkt. Ungestört von Touristen kann man dort bummeln und das bunte Angebot an den Ständen unter die Lupe nehmen. Die Händler bieten dort Gemüse, Fürchte und allerlei Essbares zum Verkauf an. Handeln kann man dort auch, obwohl die meisten Preise scheinbar “tot” sind (”Harga mati”, bedeutet “toter Preis” und bedeutet “fester Preis”). In der Straße drängeln sich Autos und Motorräder, die vielen Passanten läßt das kalt, sie erledigen unbekümmert ihre Einkäufe.

IMG_2571 (Small).JPG Fleischer am Markt.

IMG_2573 (Small).JPG Eier mit Salzmantel. Dieser wird abgetrennt und verleiht dem Ei einen besonderen Geschmack.

IMG_2531 (Small).JPG Marktstand.

Der Markt ist spät abends noch sehr aktiv. Wenn man ein Stück weiter geht, nachdem man die Jalan Tuanku Abdul Rahman überquert hat, wird das Viertel in der Tat ein wenig düsterer. Nun wird es wirklich eng, und man zwingt sich durch Zelte, in denen alles Mögliche verkauft wird: Second Hand Jeans, Audio-Kassetten, Bauzubehör usw.. Um die gebrauchten Hosen wird gemunkelt daß diese zum Teil aus Leichenschauhäusern gestohlen wurden, was die erstaunlichen Preise von RM 5,- (also 1 Euro) für original Levi´s Jeans erklären würde. Auf jeden Fall hat man dann seinen ganz persönlichen Vintage Stil (mit Bremsspuren vom Autounfall).

IMG_2534 (Small).JPG Buntes Treiben.

IMG_2575 (Small).JPG Getrocknete Chilischoten.

IMG_2579 (Small).JPG Gula Melaka, der braune Zucker aus Melaka.

Zum Glück sind die Händler eher zurückhaltend und nicht so aggressiv wie auf der Petaling Street, wo jeder Tourist von allen Seiten angesprungen wird. Man trifft auch ein paar Magier, die das Geld von Einheimischen mit ein paar Zaubersprüchen zu vermehren versuchen.
Wenn man dem Markt folgt kommt man irgendwann an der Jalan Raja Laut raus, und dort stößt man dann auch auf Prostitution. Wäre ich alleine gewesen, dann hätten mich die Zuhälter bestimmt auch angesprochen. Die wildesten Geschichten kursieren über das Rotlichtviertel. Touristen die, durch hübsche Damen angelockt, beim Akt beklaut werden. Oder regelrechte Überfallkommandos in den Gassen. Nun ja, ich bin ja noch da.

Im Endeffekt sind die Warnungen, die übrigens auch für unser Wohnviertel gelten, völlig überzogen. Meistens kommen diese von Leuten die seit Ewigkeiten nicht in diesen Stadtteilen waren und dort auch wohl nie hinkommen werden (Chinesen kommen nie nach Kampung Baru). So begegnet mir vor der Haustür deutlich mehr Prostitution als in Chow Kit, und die trägen Damen und alternden Zuhälter sind eher bemitleidenswert als furchteinflössend.

Trotzdem, immer vorsichtig sein und doch lieber zu Zweit nach Chow Kit, denn sicher, ist sicher.

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