Ice Ice Baby!

25 July 2006 | Daily, Arbeit | 2 Comments

lecker lecker lecker
Seit einigen Wochen habe ich nun meinen Job angetreten ohne wirklich davon zu berichten. Dem will ich jetzt abhilfe schaffen. Ich arbeite jetzt bei einem grossen internationalen Nahrungsmittelkonzern in der Eiskrem-Marketingabteilung. Meine Aufgabe ist es, den Markt nach neuen Entwicklungsmoeglichkeiten zu sondieren.

Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, schliesslich ist das ja alles streng vertraulich und so viel Professionalitaet muss schon sein. Aber ich kann ja was zu dem malaysischen Markt im Allgemeinen sagen.

Der malaysische Eiskremmarkt steckt im Vergleich zu seinem Nachbarn Singapur und erst Recht im Vergleich mit den westlichen Laendern noch in den Kinderschuhen. Der durchschnittliche Eiskremverbrauch prop Kopf und Jahr liegt bei 1,9 Litern (Singapur= 4L, USA=22L). Man koennte meinen dass der Markt noch viel Entwicklungspotenzial birgt, schliesslich ist die Bevoelkerung jung und das Klima verfuehrt geradezu zum Eis essen.

Aber es gibt Gruende fuer die langsame Akzeptanz von Eiskrem. Erstens gibt es in Malaysia viele kulinarische Spezialitaeten, die dem Eis Konkurenz machen, zum Beispiel das beliebte “Ais Kacang” (gecrushtes Eis mit Syrup). Zweitens wird in Malaysia Eis als Snack angesehen, wobei man in Europa schon ein Stueck weiter ist und Eis schon fast als kleine Mahlzeit akzeptiert. Drittens ist Eis fuer den Durchschnittsmalaysier ein relativ teures Vergnuegen. Ein Waffeleis kostet 2,50 RM, dafuer kann man auch ein ganzes Mittagessen haben. In dem Fall ueberlegt man sich den Eiskauf auch zweimal.
Wenn man jetzt auf Superpremiumeiskrem zu sprechen kommt, wird einem klar wie teuer Eis eigentlich sein kann. Eine Marke wie Haegen-Dazs zum Beispiel, die Ihre Eiskrem importiert, verlangt 8,50 RM fuer eine Kugel, und 28 RM fuer Ihren 0,5L Becher. Wenn man bedenkt dass zum Beispiel das Sicherheitspersonal in meinem Condo etwa 600 RM im Monat verdient, kann man sich ausrechnen wie oft diese in ihrem Leben Superpremium Eis kaufen werden. (naemlich gar nicht)

Dann gibt es noch spezielle Herausforderung fuer den Verkauf von Eis. Das Klima ist zwar verkaufsfoerdernd, kann aber auch verkaufsbremse werden, naemlich dann wenn die Kaeltekette unterbrochen wird. Dies hat fatale Folgen: der sogenannte “Hitzeschock” laesst die Eiskristalle schmelzen und die Waffeln weich werden. Die Qualitaet des Produkts wird dadurch beeintraechtigt: Die Textur aendert sich und das Produkt wird unschoen.
Man koennte meinen dass der Vertrieb sich den Klimakonditionen angepasst hat und das Thema Kaeltekette sehr ernst nimmt. Dem ist nicht so: manchmal steht eine ganze Produktpallette beim Auslieferen zu Grosskunden wie Carrefour uber 30 Minuten im Freien! Noch dazu gibt es unzaehlige Kleinhaendler, die nicht mit ihren Kuehlschraenken umgehen koennen. Diese muessen immer mindestens bei -20C gehalten werden, um das Produkt ordnungsgemaess zu erhalten. Oft kommt es aber vor, dass die Gefrierschraenke offen sind, dass in Kuehlhallen nur die Haelfte der Aggregate Laeuft um Strom zu sparen etc..

OK, das war ja schon mal genug Info fuer den Anfang.

2 Comments

  1. isa said on 7 Apr 2007 at 12:59 am:

    habe heute marktforschung gemacht,danke für die information.was ist deine meinung,glaubst du die sind bereits für guter und ausgefallener-eisküche.würde mich interessieren für jede gute information.habe vor nach malaysia zu kommen und vor ort zu forschen.nochmals danke

  2. felix said on 12 Apr 2007 at 1:52 pm:

    Schwer zu sagen, um eine Dessert- bzw Eiskultur wie bei uns in Europa aufzubauen braucht es wohl noch Zeit.
    Wer bist Du denn, wenn ich mal so fragen darf? Schick mir doch mal ne mail => hallerfelix (at) yahoo.fr
    Grüße

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